FirmaInformationBezeichnung
adsquare GmbH, Berlin
Rechnungs­legung / Finanz­berichte
Unternehmensregister
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Datum: 06.03.2024Sprache: Deutsch

adsquare GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

BILANZ ZUM 31. Dezember 2022

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.984.678,00 863.634,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.621,41 7.802,41
1.992.299,41 871.436,41
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 144.298,00 96.872,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 101.593,15 101.593,15
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 5.410.797,77 3.715.746,40
5.512.390,92 3.817.339,55
Summe Anlagevermögen 7.648.988,33 4.785.647,96
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 63.625,34 32.169,98
2. geleistete Anzahlungen 1.511,33 14.423,82
3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -44.391,66 0,00
20.745,01 46.593,80
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.018.308,30 4.580.614,80
2. sonstige Vermögensgegenstände 522.198,70 307.946,13
6.540.507,00 4.888.560,93
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.065.128,82 3.297.669,91
Summe Umlaufvermögen 8.626.380,83 8.232.824,64
C. Rechnungsabgrenzungsposten 171.922,13 83.662,46
16.447.291,29 13.102.135,06

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 63.481,00 63.481,00
eigene Anteile -2.626,00 -2.626,00
ausgegebenes Kapital 60.855,00 60.855,00
II. Kapitalrücklage 6.888.609,44 6.888.609,44
III. Bilanzgewinn 3.612.490,46 1.254.148,65
Summe Eigenkapital 10.561.954,90 8.203.613,09
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.026.109,06 462.190,91
2. sonstige Rückstellungen 751.757,00 528.843,66
1.777.866,06 991.034,57
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.515.000,00 2.070.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.623.787,70 1.400.472,39
3. sonstige Verbindlichkeiten 353.054,13 437.015,01
3.491.841,83 3.907.487,40
D. Passive latente Steuern 615.628,50 0,00
16.447.291,29 13.102.135,06

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 21.337.878,35 18.936.715,37
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 31.455,33 -133.605,36
3. andere aktivierte Eigenleistungen 726.683,90 236.747,86
4. sonstige betriebliche Erträge 718.933,74 330.681,27
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 646.438,08 (EUR 285.313,02)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -0,35 -3,29
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 7.023.052,15 6.191.324,11
7.023.051,80 6.191.320,82
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 5.360.849,64 3.259.390,29
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.436.269,20 797.536,23
- davon für Altersversorgung EUR 2.084,52 (EUR 864,54)
6.797.118,84 4.056.926,52
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 367.575,44 859.691,77
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 5.218.814,54 3.529.599,57
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 535.229,78 (EUR 90.920,67)
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 198.646,02 117.372,12
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 198.646,02 (EUR 117.372,12)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 56.769,78 85.219,19
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.191.634,77 462.190,91
- davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern EUR 615.628,50 (EUR 0,00)
12. Ergebnis nach Steuern 2.358.632,17 4.302.962,48
13. sonstige Steuern 290,36 460,00
14. Jahresüberschuss 2.358.341,81 4.302.502,48
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.254.148,65 0,00
16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 3.048.353,83
17. Bilanzgewinn 3.612.490,46 1.254.148,65

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt.

Die allgemeinen Vorschriften der §§ 238 bis 263 HGB für alle Kaufleute sowie die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften gem. §§ 264 ff. HGB wurden beachtet.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den §§ 266 und 275 HGB.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Von den größenabhängigen Erleichterungen der §§ 266, 274 a, 276, 288 HGB und dem Unterlassen von Angaben gem. § 286 HGB wurde teilweise Gebrauch gemacht.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht:

Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Registernummer: HRB 171194 B
Firmenname laut Registergericht: adsquare GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Saarbrücker Str. 36, 10405 Berlin

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden - soweit nicht abweichend berichtet - gegenüber dem Vorjahr beibehalten.

Die geltenden handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften wurden unter Berücksichtigung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angewandt.

Aktiva

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den bei ihrer Entwicklung angefallenen Aufwendungen (Herstellungskosten), vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten angesetzt und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, planmäßig abgeschrieben.

Der Ansatz der Sachanlagen erfolgt zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, reduziert um planmäßige Abschreibungen verteilt über die voraussichtliche Nutzungsdauer.

Steuerlich wurde die ab dem 01. Januar 2021 geltende "Digital-AfA" in Anspruch genommen und die Sachanlagen im Berichtsjahr sofort abgeschrieben.

Im Geschäftsjahr angeschaffte geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von bis 800,00 € werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.

Es kommt ausschließlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung.

Die Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigen beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern eine dauerhafte Wertminderung gegeben ist.

Die unter den Vorräten enthaltenen unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten angesetzt und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen/aktivierungsfähigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert, abzüglich Einzelwertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen und Pauschalwertberichtigungen angesetzt.

Ausfallrisiken wurde durch Bildung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Dem allgemeinen Ausfallrisiko wird durch einen pauschalen Abschlag in Höhe von 1 % des nicht einzelwertberichtigten Forderungsbestands Rechnung getragen.

Das ausgewiesene Bankguthaben wird zum Nominalbetrag angesetzt.

Unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Passiva

Das Eigenkapital umfasst das "gezeichnete Kapital", die "eigenen Anteile", die "Kapitalrücklage" und den "Bilanzgewinn".

Das gezeichnete Kapital entspricht dem Stammkapital laut Gesellschaftsvertrag sowie der Handelsregistereintragung.

Bei den Rückstellungen sind alle ungewissen Verbindlichkeiten und sonstigen erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist.

Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen.

Der nach § 268 Abs. 5 HGB auszuweisende Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr und von mehr als einem Jahr sowie der nach § 285 Abs. 1 Nr. la HGB auszuweisende Betrag der Verbindlichkeiten über 5 Jahre wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit im Rahmen der Darstellung eines Verbindlichkeitenspiegels angegeben.

In Fremdwährung lautende Forderungen und Vermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger sind § 253 Abs. 1 S. 1 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 HS 2 HGB nicht anzuwenden.

Die Ermittlung der latenten Steuern wird anhand des bilanzorientierten Konzepts vorgenommen. Danach werden auf sämtliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen latente Steuern abgegrenzt, sofern sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder umkehren. Unter Verzicht auf die Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2HGB wird ein Aktivüberhang an latenten Steuern nicht angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Aktiva

Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens ist auf Blatt 11 dieses Anhangs (Anlagenspiegel) dargestellt.

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um die von der Gesellschaft selbst erstellte Software, die ständig erweitert wird. Die selbsterstellte Software wird über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Das Finanzanlagevermögen weist die 100%-igen Anteile an verbundenen Unternehmen an der ADSQUARE Inc., (Eigenkapital: -4.161,32 TUSD, Jahresfehlbetrag 2021: 750,17 TUSD) gegründet in Delaware, USA, an der ADSQUARE PTE LTD. (Eigenkapital: -1.076,24 TSGD, Jahresfehlbetrag 2021: 557,62 TSGD) Downtown Singapore, Singapur, sowie an der ADSQUARE LIMITED (Eigenkapital: -654,8 TGBP, Jahresfehlbetrag 2021: 164,13 TGBP) London, Vereinigtes Königreich, aus. Darüber hinaus werden Ausleihungen an die Töchter in Höhe von 5.410,80 T€ ausgewiesen.

Die Vorräte zum 31. Dezember 2022 betragen 20,75 T€ und betreffen unfertige Leistungen zu Aufträgen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 betragen 6.340,71 T€ und sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 137,75 T€ und Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 40,00 T€ gebildet.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Kautionen in Höhe von 297,31 T€, sowie Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus Umsatzsteuer.

Die liquiden Mittel zum 31. Dezember 2022 betragen 2.065,13 T€. Die Höhe der liquiden Mittel wurde bestimmt durch Guthaben bei Banken.

Passiva

Das Eigenkapital der Gesellschaft setzt sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital, den eigenen Anteilen, der Kapitalrücklage und dem Bilanzgewinn.

Das "gezeichnete Kapital" besteht im Geschäftsjahr unverändert in Höhe von 63.481,00 €.

Der Bilanzgewinn setzt sich zusammen aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 2.358,34 T€ und dem Gewinnvortrag von 1.254,15 T€.

Es besteht eine Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB in Höhe des ausgewiesenen Buchwertes für die selbsterstellte Software von 1.984,68 T€.

Die Rückstellungen enthalten überwiegend Steuerrückstellungen (1.026,11 T€) sowie Beträge für Personalkosten (Boni 126,30 T€, Urlaub 234,32 T€) und ausstehende Eingangsrechnungen (142,01 T€).

Die Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus dem Bezug von externen Leistungen im Zusammenhang mit der Erstellung der selbsterstellten Internetplattform, sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.515,00 T€. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 16,40 T€ enthalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 353,05 T€ enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern aus Darlehen in Höhe von 150,00 T€.

Die Verbindlichkeiten bestehen mit folgenden Restlaufzeiten in T€:

Davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegen über Kreditinstituten 1.515 915 600 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.624 1.624 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 353 353 0 0
Insgesamt 3.492 2.892 600 0

Die erstmals angesetzten passiven latenten Steuern, die sich aus dem Ansatz der selbsterstellte Software sowie der Verwendung der Abschreibung für Digitalgüter ergeben, betragen zum Bilanzstichtag 615 T€ und ergibt damit eine Veränderung von 615 T€ gegenüber dem Vorjahr. Dabei beruht die Ermittlung der latenten Steuern auf einen Steuersatz von 30%.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 sonstige finanzielle Verpflichtungen mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 1.696 T€, die im Wesentlichen Mietverpflichtungen für Büroräume sowie Leasing von Betriebs- und Geschäftsausstattung beinhalten.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse betragen im Geschäftsjahr 21.337,88 T€ und sind im Vergleich zum Vorjahr um 13 % gestiegen.

Die Bestandsveränderungen betragen im Geschäftsjahr 31,46 T€. Dargestellt werden die Bestandveränderungen unfertiger Leistungen.

Andere aktivierte Eigenleistungen betragen im Geschäftsjahr 726,68 T€ und erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 206,94 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten v. a. Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 646, 44 T€.

Der Materialaufwand enthält die von fremden Dritten geleisteten Dienstleistungen in Form von diversen Datensätzen und für den Betrieb der betrieblichen Software.

Die Erhöhung des Personalaufwandes um 2.740,19 T€ ist mit einer gestiegenen Mitarbeiterzahl zu erklären.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Fremdleistungen (184,65 T€) , Miete (636,99 T€) , Provisionskosten (1.582,82 T€), Rechts- und Beratungskosten (147,64 T€) und Serverkosten (1.138,46 T€) sowie Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von 535,23 T€.

IV. Sonstige Angaben

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 71 Arbeitnehmer beschäftigt.

Zu den vertretungsberechtigten Geschäftsführern der Gesellschaft waren bestellt:

Herr Sebastian Doerfel, Berlin, Geschäftsführer & COO, Herr Fritz Richter, Berlin, Geschäftsführer & CTO und Herr Tom Laband, Berlin, Geschäftsführer & CEO.

Als Beiratsmitglieder waren im Geschäftsjahr 2022 bestellt:

―

Dr. Berthold von Freyberg, Partner Target Partners GmbH, München

―

Herr Sekip Can Gökalp, CEO Coda Platform Ltd., London

―

Herr Michael Schlüter, Vice President Markting Tech, Data & Analytics Springer Nature Group, Berlin

Auf die Angaben nach § 285 Nr. 9 a) und b) HGB wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Den Organmitgliedern der Gesellschaft wurden weder Kredite gewährt, noch Vorschüsse gezahlt.

Bürgschaften zugunsten der Organmitglieder wurden nicht eingegangen.

Da im Berichtsjahr der Gewinn in der Handelsbilanz insgesamt höher ausfällt, als in der Steuerbilanz, ist der fiktive Steueraufwand in der Handelsbilanz zu niedrig und es müssen passive latente Steuern angesetzt werden, § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB. Die passiven latenten Steuern unter Berücksichtigung eines individuellen Steuersatzes in Höhe von 30% betragen im Berichtsjahr ca. 615 T€.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 3.612,49 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.

Die Darlehensverträge mit den Tochtergesellschaften wurden zum 01. Januar 2023 angepasst und die Darlehensrahmen um insgesamt 6 Mio € erhöht. Darüber hinaus liegen keine Ergebnisse nach dem Bilanzstichtag vor, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

 

Berlin, den 31. Mai 2023

Sebastian Doerfel, Geschäftsführer

Tom Laband, Geschäftsführer

Fritz Richter, Geschäftsführer

ANLAGENSPIEGEL adsquare GmbH, Berlin zum 31. Dezember 2022

Anschaffungskosten/Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2022
Euro Euro Euro Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.867.085,57 1.406.018,95 0,00 5.273.104,52
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.265,29 0,00 0,00 12.265,29
Summe Immaterielle 3.879.350,86 1.406.018,95 0,00 5.285.369,81
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und 238.198,56 131.836,49 2.743,82 367.291,23
Summe Sachanlagen 238.198,56 131.836,49 2.743,82 367.291,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 101.593,15 0,00 0,00 101.593,15
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3.715.746,40 1695051,37 0,00 5.410.797,77
Summe Finanzanlagen 3.817.339,55 1.695.051,37 0,00 5.512.390,92
Summe Anlagevermögen 7.934.888,97 3.232.906,81 2.743,82 11.165.051,96
Abschreibungen
Stand 01.01.2022 Geschäftsjahr Abgänge Stand 31.12.2022
Euro Euro Euro Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.003.451,57 284.974,95 0,00 3.288.426,52
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.462,88 181,00 0,00 4.643,88
Summe Immaterielle 3.007.914,45 285.155,95 0,00 3.293.070,40
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und 141.326,56 82.419,49 752,82 222.993,23
Summe Sachanlagen 141.326,56 82.419,49 752,82 222.993,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 3.149.241,01 367.575,44 752,82 3.516.063,63
Buchwerte
Stand 31.12.2022 Stand 31.12.2021
Euro Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.984.678,00 863.634,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.621,41 7.802,41
Summe Immaterielle 1.992.299,41 871.436,41
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und 144.298,00 96.872,00
Summe Sachanlagen 144.298,00 96.872,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 101.593,15 101.593,15
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
5.410.797,77 3.715.746,40
Summe Finanzanlagen 5.512.390,92 3.817.339,55
Summe Anlagevermögen 7.648.988,33 4.785.647,96

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

I. Allgemeine Geschäftstätigkeit der Gesellschaft

Die adsquare GmbH ist einer der weltweit führenden Anbieter für die Entwicklung, den Vertrieb und die Vermarktung von Technologien zur Segmentierung und Analyse von Zielgruppen im Bereich der digitalen Werbung und von kontextbasierten Geoinformationen sowie dem Support und der Weiterentwicklung der zu Grunde liegenden technologischen Plattform.

Werbetreibende und Agenturen haben die Möglichkeit, ihre Werbekampagnen über die eigens entwickelte Plattform auf Basis diverser Datenkategorien zu messen, zu analysieren und weiter zu optimieren. Hierfür integriert die adsquare-Plattform die Daten in weltweit führende Marketing-Plattformen wie Google, The Trade Desk oder Meta, welche den gemeinsamen Kunden die Umsetzung ihrer Kampagnen ermöglichen. Zudem kann die adsquare-Plattform zur Planung und Analyse von Standorten im Bereich klassischer und digitaler Außenwerbung eingesetzt werden. Mit Hilfe der adsquare-Plattform besteht die Möglichkeit, durch Besucherfrequenzmessung und Attribution von Ladenbesuchen die Besucherzahl unserer Kunden erheblich zu verbessern.

Aufgrund mehrjähriger Entwicklung einer proprietären Technologie verfügt die adsquare GmbH über einen nachhaltigen, strategischen Wettbewerbsvorteil („Unique Value Proposition“). Die eigens entwickelte Technologie stellt eine hohe Marktbarriere für neue Anbieter dar, da eine etwaige Kopie dieser Technologie durch bestehende oder neue Wettbewerber sehr hohe Investitionskosten voraussetzen würde.

Die adsquare GmbH wurde im Jahr 2012 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Berlin, Deutschland. Die Gesellschaft bietet ihre Lösungen international an und vertreibt ihre Plattform global mit weiteren 100%igen Tochtergesellschaften in den folgenden Ländern:

―

USA (Adsquare Inc., seit 2017)

―

Singapur (adsquare Pte. Ltd., seit 2019)

―

Vereinigtes Königreich (Adsquare Ltd., seit 2020)

Daneben unterhält die Gesellschaft digitale Repräsentanzen in Paris, Mailand, Madrid und Hongkong.

Das adsquare Team “Data Analytics, Engineering, Data Sciences" wurde im Geschäftsjahr 2022 weiter ausgebaut und konnte folgende Meilensteine erreichen.

Es wurden einzelne Komponenten in die AWS-Cloud verlagert, um eine bessere Skalierbarkeit der Plattform zu erreichen, der Algorithmus für die Nachbearbeitung von OOH- Kampagnen wurde verbessert, benutzerdefinierte Integrationen von eingehenden und ausgehenden Daten erstellt und verbessert sowie die Normalisierung von demografischen Daten für den OOH-Planer eingeführt. Außerdem werden vierteljährliche CESP- Zertifizierungsaudits für den französischen Markt durchgeführt.

Im Produktteam wurde die Arbeit am Projekt "One Plattform" aufgenommen. Insbesondere wurden Nutzerforschung und R&D-Sitzungen mit Kunden, Partnern und Nutzern durchgeführt. Der Fokus lag hierbei auf der Validierung der wichtigsten Möglichkeiten, die die Plattform bieten wird. Um das technische Rückgrat der Plattform aufzubauen, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören der Aufbau einer neuen Infrastruktur für den Marktplatz sowie die Rationalisierung der aktuellen Technologie zur Visualisierung von Datensätzen. Darüber hinaus wurde geräteübergreifendes Targeting für die direkte Aktivierung bei Plattform-Partnern vorbereitet.

Als Teil der "One Plattform" arbeitete das Projektteam ebenfalls an der Einführung der Retail Location Analytics Plattform. Das neue Produkt soll Einzelhändlern dabei helfen, besser zu verstehen, was in und um ihre Filialen passiert, um zukünftige Kampagnen besser planen und aktivieren zu können.

II. Entwicklung der Gesamtwirtschaft und Branche

Der Ausbruch der weltweiten COVID-19 Pandemie im März 2020 hat die globale wirtschaftliche und finanzielle Volatilität und Unsicherheit dramatisch erhöht. Einige Unternehmen haben ihre Geschäftstätigkeit angepasst, reduziert oder eingestellt, was sich auch negativ auf die von der adsquare GmbH bedienten Märkte ausgewirkt hat.

Dementsprechend ist bspw. das Volumen im deutschen Werbemarkt im Jahr 2020 auf 39,3 Mrd. € gesunken. Der deutsche Werbemarkt hat sich aber mit 41,8 Mrd. € im Jahr 2021 wieder deutlich erholt und nähert sich dem Vorkrisenniveau wieder an. Allerdings konnten die Dialogmedien (Online-Marketing, Print-Mailings und Telefon-Marketing) auch im Krisenjahr 2020 um 300 Mio. € zulegen und auch im darauffolgenden Jahr sind sie ein wesentlicher Treiber des Wachstums. Sie verzeichnen ein Plus von 8 % und erzielen mit 22,0 Mrd. € einen bisherigen Höchstwert (Quelle: Dialog Marketing Monitor, 2021 und 2022).

Trotz positiver Erwartungen für das Jahr 2022, wurden diese aufgrund des Angriffskriegs der Russischen Föderation auf die Ukraine gedämpft. Wirtschaftspolitische Herausforderungen wie die Bekämpfung der Inflation führen zu steigenden Zinsen, was sich auf die Finanzierungssituation von Startups auswirkt. Jedoch schreitet die digitale Transformation der Wirtschaft voran und so konnte laut des Statistischen Bundesamtes die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 trotz Energiekrise und Lieferketten-Problemen um 1,9 % wachsen.

(Quelle: Statista, 2023).

Auf Ebene der Europäischen Union wurde im Jahr 2022 der “Data Governance Act” veröffentlicht. Er regelt die Wiederverwendung von Daten des öffentlichen Sektors (Demografie usw.) und enthält Regeln für Datenvermittler. Darüber hinaus wurde das “Digital Service Act Package" (Digital Services Act und Digital Markets Act) veröffentlicht. Es regelt den Handel und Austausch von Dienstleistungen auf Online-Marktplätzen, sozialen Netzwerken, App-Stores etc.

Zum Jahresende 2022 blickten die Unternehmen weniger pessimistisch auf die kommenden Monate, trotz nicht-zufriedenstellend-laufender Geschäfte. Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als erwartet. Im verarbeitenden Gewerbe und Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert, während die Unsicherheit bei energieintensiven Branchen zugenommen hat. Der Handelsindex ist ebenfalls gestiegen, jedoch blickten etwa die Hälfte der Unternehmen noch pessimistisch in die Zukunft (Quelle: ifo, 2022).

Die adsquare GmbH sieht keine besonderen Wettbewerber, die aufgrund vergleichbarer Produktangebote eine wesentliche Gefährdung des Geschäftsmodells darstellen. Zwar gibt es mehrere vergleichbare Unternehmen, die sowohl klassische als auch Dialogmarketingmedien anbieten, sowie eine Vielzahl kleinerer Dienstleister in der Online-Marketinglandschaft.

Aufgrund der gewachsenen langjährigen Kundenbeziehungen und der stetigen Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen sieht sich die adsquare GmbH gegenüber ihren Wettbewerbern gut gerüstet.

III. Geschäftsentwicklung

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2022 ist im Wesentlichen durch den Ausbau der globalen Marktposition und damit durch die Parallelität von Umsatzsteigerung und Infrastrukturausbau geprägt. Die adsquare GmbH erwirtschaftet Umsätze im Wesentlichen in den Bereichen Targeting (Audience & Proximity Targeting), Footfall Measurement und Out-of-Home (Location Planning & Analytics). Das Wachstum resultiert neben Neukunden überwiegend aus langfristigen Kundenbeziehungen und Produkt-Upselling an existierende Kunden.

Die Umsatzerlöse und der Jahresüberschuss sind bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren der adsquare GmbH. Sie erzielte einen Gesamtumsatz von 21,3 Mio. € (i.V. 18,9 Mio. €), was einem Wachstum von 12,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die erzielten Umsätze liegen somit deutlich unter den Planwerten für 2022 (28,3 Mio. €). Der Jahresüberschuss von 2,4 Mio. € stellt eine Verringerung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr dar. Erstmals mussten im Berichtsjahr passive latente Steuern gebildet werden. Der erzielte Jahresüberschuss liegt somit leicht unter den Planwerten für 2022.

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als fortlaufend positiv, da die makroökonomischen Trends und Werttreiber, wie Digitalisierung und New Work, durch die COVID-19 Pandemie verstärkt wurden.

IV. Wirtschaftsbericht

1. Entwicklung der Ertragslage

Die nachfolgende betriebswirtschaftliche Auswertung stellt die Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

2022 2021 Diff.
T€ % T€ % T€
Umsatzerlöse 21.338 96,57 18.937 99,46 2.401
Bestandsveränderungen 31 0,14 -134 -0,70 165
Andere aktivierte Eigenleistungen 727 3,29 237 1,24 490
Gesamtleistung 22.096 100,00 19.040 100,00 3.056
Sonstige betriebliche Erträge 719 3,25 331 1,74 388
Materialaufwand 7.023 31,78 6.191 32,52 832
Personalaufwand 6.797 30,76 4.057 21,31 2.740
Abschreibungen 368 1,66 860 4,52 -492
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.219 23,62 3.530 18,54 1.689
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 199 0,90 117 0,62 81
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 57 0,26 85 0,45 -28
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.192 5,39 462 2,43 729
Ergebnis nach Steuern 2.359 10,67 4.303 22,60 -1.944
Sonstige Steuern 0 0,00 0 0,00 0
Jahresüberschuss 2.359 10,67 4.303 22,60 -1.944

Die wesentliche Ertragskomponente ist der Umsatzerlös aus dem Vertrieb digitaler Produkte in Höhe von 21,3 Mio. €. Davon entfallen auf Leistungen von Kunden mit Sitz im Drittland 58,5 % (i.V. 57,3 %), auf Leistungen von Kunden mit Sitz innerhalb der Europäischen Union 34,9 % (i.V. 35,7 %) und auf Leistungen von Kunden mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland 6,6 % (i.V. 7,0 %). Das Wachstum resultiert neben Neukunden überwiegend aus langfristigen Kundenbeziehungen und Produkt-Upselling an Bestandskunden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 646 T€ (i.V. 285 T€) und somit gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 361 T€.

Der Materialaufwand enthält die von fremden Dritten geleisteten Dienstleistungen in Form von diversen Datensätzen. Infolge des Wachstums der adsquare GmbH stiegen die Materialaufwendungen im Jahr 2022 um 832 T€ auf 7.023 T€ (i.V. 6.191 T€). Dies ergibt sich unter anderem durch den Erwerb zusätzlicher Datenbestände vor allem im Bereich der Fixed Identity Costs.

Die Erhöhung der Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Personalaufwendungen um 2.740 T€, den gestiegenen Kosten für bezogene Leistungen um 832 T€, der Zuführung einer passiv latenten Steuer 616 T€, der gestiegenen Währungsumrechnung um 444 T€, den gestiegenen Serverkosten um 337 T€ und den gestiegenen Mietkosten um 286 T€. Der Anstieg der Aufwendungen ist Folge des Wachstums.

Das Unternehmensergebnis (EBIT) der adsquare GmbH fiel im Berichtsjahr um 1.325 T€ auf 3.408 T€ (i.V. 4.733 T€). Dies ist im Wesentlichen auf höhere Personalkosten - infolge einer Fokussierung auf hochqualifizierte Mitarbeiter - zurückzuführen, die überproportional zum Umsatzwachstum gestiegen sind.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtleistung um 3.056 T€ erhöht, bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Aufwendungen um 5.000 T€ ergibt sich eine Verringerung des Jahresergebnisses von 1.944 T€.

2. Entwicklung der Finanzlage

Die Finanzlage zum 31.12.2022 stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

Kapitalflussrechnung Gliederungsschema 2022 2021
in T€ in T€
1 + Periodenergebnis 2.385 4.303
2 = Mittelzufluß aus laufender Geschäftstätigkeit 2.413 6.404
3 = Mittelabfluß aus der Investitionstätigkeit -3.034 -4.422
4 = Mittelabfluß aus der Finanzierungstätigkeit -612 35
5 - Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -1.233 2.017
6 + Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 3.298 1.281
7 = Finanzmittelbestand am Ende der Periode 2.065 3.298

Im vorliegenden Geschäftsjahr hat die Gesellschaft einen positiven Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 2,4 Mio. € erzielt.

Aufgrund der hohen Investitionen in das immaterielle Sachanlagevermögen sowie die weiteren an Tochterunternehmen ausgegebenen Darlehen (Finanzanlagen) ergibt sich ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit.

Die liquiden Mittel betragen zum Stichtag 2,1 Mio. € (i.V. 3,3 Mio. €). In Höhe von 6,5 Mio. € liegen Forderungsbestände vor, die entsprechend den Erfahrungswerten der Vergangenheit einzel- und pauschalwertberichtigt sind.

Die Gesellschaft wird durch Bankdarlehen in Höhe von 1,5 Mio. € (i.V. 2,1 Mio. €) mitfinanziert. Die Bankdarlehen haben zum Stichtag noch eine Restlaufzeit bis zum 30.09.2024. Auf die Bankdarlehen wurden im Berichtsjahr Zinsen in Höhe von 57 T€ entrichtet. Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung von Darlehen.

Die adsquare GmbH war zu jedem Zeitpunkt in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses existieren ausreichend liquide Mittel, um die Zahlungen der Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu gewährleisten. Liquiditätsengpässe waren auch bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses nicht zu verzeichnen.

3. Entwicklung der Vermögenslage

Die Vermögenslage zum 31.12.2022 stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022 31.12.2021 Diff.
Aktiva T€ % T€ % T€
Anlagevermögen 7.649 46,51 4.786 36,53 2.863
Vorräte 21 0,13 47 0,36 -26
Forderungen u. sonstige Verm. 6.541 39,77 4.889 37,31 1.652
Flüssige Mittel 2.065 12,56 3.298 25,17 -1.233
Rechnungsabgrenzungsposten 172 1,05 84 0,64 88
Summe 16.447 100,00 13.102 100,00 3.345
Passiva T€ % T€ % T€
Eigenkapital 10.562 64,22 8.204 62,61 2.358
Rückstellungen 1.778 10,81 991 7,56 787
Verbindlichkeiten 3.492 21,23 3.907 29,82 -416
Passive latente Steuern 616 3,74 0 0,00 616
Summe 16.447 100,00 13.102 100,00 3.345

Das Anlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Im Wesentlichen ergab sich die Erhöhung aus den gezahlten Ausleihungen in Höhe von 1.695 T€ sowie aus den Zugängen zu den selbst erstellten, immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von 1.121 T€.

Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 1.652 T€ korrespondiert mit dem Anstieg der Umsatzerlöse.

Der Rückgang der liquiden Mittel um 1.233 T€ steht im Zusammenhang mit dem negativen Cashflow aus der Investitionstätigkeit sowie den Tilgungsleistungen der Bankdarlehen.

Das Eigenkapital ist durch Erzielung eines positiven Jahresergebnisses um 2.358 T€ gestiegen.

Der Anstieg der Rückstellungen um 787 T€ erfolgt aufgrund der Zunahme der Steuer- sowie der Personalrückstellungen.

Der Rückgang der Verbindlichkeiten um 416 T€ ist auf die Tilgung der Darlehen in Höhe von 555 T€ sowie der Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe 84 T€ und der Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen in Höhe 223 T€ zurückzuführen.

Der Anstieg der Passiva ist auch auf die erstmalige Passivierung der passiven latenten Steuern zurückzuführen, die im Wesentlichen auf der handelsrechtlichen Aktivierung und der jährlichen Abschreibung sowie dem steuerlichen Verbot der Aktivierung (§ 5 Abs. 2 EStG)

der selbst geschaffenen immateriellen adsquare-Plattform basieren.

V. Gesamtaussage

Die Entwicklung im Geschäftsjahr verlief aus Sicht der Geschäftsführung vor dem Hintergrund des weiteren nationalen und internationalen Auf- und Ausbaus des Geschäftsbetriebs im Wesentlichen planmäßig und zufriedenstellend.

Auch wenn die zuvor gesetzten Ziele durch die makroökonomischen Herausforderungen wie Inflation und sinkender Konsumentennachfrage nicht vollumfänglich erreicht werden konnten, spiegelt die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage eine stabile wirtschaftliche Gesamtlage des Unternehmens wider.

Das Unternehmen konnte den Umsatz steigern, musste jedoch einen Rückgang des EBITDA verzeichnen. Die Finanzmittel am Ende der Periode unterschreiten die des Vorjahres.

VI. Prognosebericht

Wesentliche Änderungen der Geschäftspolitik sind nicht geplant. Für das kommende Geschäftsjahr 2023 erwartet die adsquare GmbH ein weiteres leichtes Umsatzwachstum. Die Gesellschaft wird sich sowohl auf den internationalen Ausbau der Geschäftstätigkeit fokussieren, um so die Vertriebsstruktur zu stärken, als auch auf Entwicklungen neuer Lösungen, um das Wachstum der vergangenen Jahre fortzusetzen.

Insbesondere durch die Weiterentwicklung in den Kernbereichen der adsquare GmbH sowie der geplanten weiteren Ausweitung des Geschäftsbetriebs - vor allem im internationalen Bereich - ist ein stabiles Wachstum zu erwarten.

Eine gewisse Unsicherheit des Werbemarktes - aufgrund der direkten Abhängigkeit von den Werbebudgets der Kunden und den derzeit starken konjunkturellen Schwankungen - besteht zwar weiterhin, aufgrund der globalen Ausrichtung der adsquare GmbH und ihrer Tochtergesellschaften geht die Gesellschaft jedoch davon aus, dass dies kein wirtschaftlich relevantes Risiko darstellt.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird wieder ein Jahresüberschuss von über 2,0 Mio. € angestrebt.

VII. Chancen- und Risikobericht

1. Risiken

· Konjunkturelle und volkswirtschaftliche Risiken

Zum Ende des Jahres 2022 wird die COVID-19 Pandemie immer noch verschiedene Länder und Wirtschaftsräume (u. a. den asiatischen Markt) beeinflussen. Auch aufgrund des Angriffskriegs der Russischen Föderation auf die Ukraine ist weiterhin mit einer wirtschaftlichen Beeinträchtigung wie beispielsweise einer überdurchschnittlichen Inflation zu rechnen.

Markt- und Branchenrisiken

Die wirtschaftliche Lage belastet die Werbebranche an vielen Stellen. Insbesondere hohe Papier- und Energiepreise belasten die Printwerbeträger. Die hohen Rohstoffpreise, Materialengpässe und Lieferprobleme führen zu einem Rückgang bei der Herstellung von Produkten und damit einhergehend auch zu einem Rückgang der Werbeausgaben bei den produzierenden Unternehmen. Konsumenten leiden unter den hohen Preisen für Lebensmittel und Energie und sind gezwungen, ihre Ausgaben zu reduzieren (Quelle: Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, 2022).

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) erwartete bei den Werbeträgereinnahmen ein leichtes Plus bei Video- und Kinowerbung sowie bei einzelnen Printwerbeträgern, während er bei anderen Gattungen eher eine Stagnation erwartete. ZAW-Präsident Schubert prognostiziert für das Jahr 2023 eine schwierige erste Jahreshälfte aufgrund angekündigter Budgetkürzungen und der allgemein angespannten konjunkturellen Lage. Ab dem zweiten Halbjahr 2023 erwartet er jedoch eine Entspannung und Verbesserung der Lage, sofern sich die geopolitische Lage und die Konjunktur verbessern. Eine große Unsicherheit in vielen Märkten stellt jedoch einen Hemmschuh für nachhaltige Werbeinvestitionen dar, da Risiken kalkuliert und eingepreist werden können, Unsicherheit jedoch nicht. Die Werbebranche hat jedoch im Jahr 2021 gezeigt, dass sie schnell reagieren kann, wenn sich das Gesamtumfeld verändert. Schubert geht von einer schwarzen Null für die Branche aus, es könnte jedoch auch ein kleines Plus werden (Quelle: Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, 2022).

Regulatorische Risiken

Das Geschäftsmodell der adsquare GmbH basiert in hohem Maße auf der Auswertung von Daten. Dies beinhaltet die Suche nach neuen Datengrundlagen, um personalisierte Werbebotschaften an die richtigen Zielgruppen auszuspielen und den Erfolg der Kampagnen zu messen. Dabei werden Daten aus Geschäftsbereichen wie Logistik, Vertrieb und Finanzen eine zunehmend größere Rolle spielen. Risiken bestehen darin, dass infolge von staatlichen Regulierungen möglicherweise Schwierigkeiten bestehen, relevante Informationen zu erhalten und nutzen zu dürfen, um personalisierte Werbebotschaften an die richtigen Zielgruppen auszuspielen. Im Hinblick auf den Werbemarkt gibt es mehrere regulatorische Risiken zu berücksichtigen, die sich auf nationaler und europäischer Ebene ergeben können.

So ist in der Bundesrepublik Deutschland im Dezember 2021 das Teledienstedatenschutzgesetz (TTDSG) in Kraft getreten. Kern des Gesetzes sind Verschärfungen der Anforderungen an Cookies, Regelungen zur Einwilligung von Datenlieferanten, die Anbieter von Telemediendiensten sind, sowie höhere Strafen und Bußgelder.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union hat den Umgang mit personenbezogenen Daten verschärft und stellt hohe Anforderungen an die Einwilligung von Nutzern in die Verarbeitung ihrer Daten. In Zukunft müssen Werbetreibende mit weniger personenbezogenen Daten auskommen. Werbetreibende müssen sicherstellen, dass sie die DSGVO-Vorschriften einhalten, um Bußgelder und rechtliche Probleme zu vermeiden.

Die Verwendung von Cookies und anderen Tracking-Technologien wird immer stärker reguliert. Browserhersteller wie Apple und Mozilla haben bereits Maßnahmen ergriffen, um Cookies von Drittanbietern zu blockieren oder einzuschränken. Die ePrivacy-Verordnung der Europäischen Union könnte die Regulierung von Cookies weiter verschärfen. Insgesamt führt dies zu einer Einschränkung hinsichtlich der Personalisierbarkeit von Inhalten.

Es gibt bestimmte Arten von Werbung, die durch Gesetze und Verordnungen eingeschränkt oder verboten sind, wie z. B. Tabakwerbung oder Werbung für ungesunde Lebensmittel. Darüber hinaus können bestimmte Werbeformen wie Targeting, Retargeting oder Native Advertising von den Regulierungsbehörden kritisch betrachtet werden. Aktuell wird ein Werbeverbot für Süßigkeiten an Kinder diskutiert, sodass zu befürchten ist, dass diese Art der Verbote sich auf weitere Produkte und/oder Kanäle ausweitet.

Die adsquare GmbH sieht sich jedoch weiterhin gut aufgestellt, da die Einhaltung des Datenschutzes seit jeher zu den festen Unternehmensgrundsätzen gehört. Mögliche rechtliche Risiken aus Verstößen gegen Datenschutzgesetze, insbesondere im Bereich personenbezogener Daten, bleiben jedoch bestehen und werden mit der gebotenen Vorsicht gehandhabt und teilweise unter Einbeziehung interner und externer Datenschutzexperten kontrolliert.

Fremdwährungsrisiken

Der Großteil der Umsatzerlöse wird in USD erzielt, wobei die Mehrheit der Ausgaben in EUR erfolgt. Daher ist Adsquare einem Währungsrisiko zum USD ausgesetzt. Fremdwährungsrisiken resultieren vor allem auch aus den Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften.

· Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko der adsquare GmbH ergibt sich hauptsächlich aus den Zahlungszielen von Kunden und Lieferanten sowie der Zahlungsmoral der Kunden. Durch die intern vorgenommenen Maßnahmen ist das Zahlungsausfallrisiko gering.

Zur Abmilderung etwaiger Schwankungen oder Liquiditätsrisiken besteht die Möglichkeit des Forderungs-Factorings über einen Dienstleister. Im Geschäftsjahr wurde dieses Instrument nicht in Anspruch genommen.

Die dargestellten Risiken können sich negativ auf die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis der Gesellschaft auswirken. Eine Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten lässt sich aufgrund der bestehenden Unsicherheiten nicht vornehmen.

2. Chancen

Die adsquare GmbH hat eine starke Position am Markt, gestützt durch den technologischen Vorsprung und eine etablierte Marktstellung und positives Marken-Image. Kontinuierliche Investitionen in mobile und programmatische Werbung helfen dabei, Zielgruppen effektiv zu erreichen und eine maximale Reichweite zu erzielen.

Ein möglicher Markteintritt neuer Wettbewerber in diesem spezifischen Segment würde erhebliche Investitionen und eine lange Vorlaufzeit erfordern. Die Wettbewerbsfähigkeit und strategische Positionierung der adsquare GmbH wird auch durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des Geschäftsmodells sichergestellt.

Die beschriebenen regulatorischen Risiken im Rahmen des Datenschutzes stellen für die adsquare GmbH auf der anderen Seite auch eine Chance dar, um bestehende kontextuelle Lösungen, ohne die Nutzung von personenbezogenen Daten, stärker am Markt zu positionieren und parallel verstärkt durch Aggregation und Statistik Analyse-Dienstleistungen zu entwickeln, die auf Basis sehr viel geringerer Datenbestände aussagekräftige Informationen zu Zielgruppen und Werbeerfolg liefern können.

Es ist davon auszugehen, dass mögliche negative Effekte aus kurzfristigen Kosteneinsparungen aufgrund der angespannten konjunkturellen Lage durch positive Effekte aus der Markttransformation kompensiert werden können. Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

Die dargestellten Chancen können sich positiv auf die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis der Gesellschaft auswirken. Eine Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten lässt sich aufgrund der bestehenden Unsicherheiten nicht vornehmen.

 

Berlin, den 31. Mai 2023

Sebastian Doerfel, Geschäftsführer

Tom Laband, Geschäftsführer

Fritz Richter, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die adsquare GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der adsquare GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der adsquare GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

•

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

•

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

•

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

•

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

•

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

•

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

•

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

•

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

•

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 31. Mai 2023

ECOVIS Audit AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dipl.-Fin.wirt Andreas Frericks, Wirtschaftsprüfer

Dipl.-Kfm. Ralph Riese, Wirtschaftsprüfer